„Sind Klugscheißer klug oder machen sie scheiß?“

Geschäftsführer Ernst Prost über die enorme Relevanz der „Stimme der Vernunft, der Wissenden und der Vernünftigen“

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

die wahrhaft Klugen werden nicht immer gehört. Manche trauen sich auch nicht ihr Wissen über unbequeme Wahrheiten auszusprechen. Wer will schon in einen „Scheiß-Sturm“  im Internet geraten, nur weil er das angeblich Undenkbare und das ach so völlig Unmögliche vorhersagt und ankündigt? Nieder gebrüllt wird man schnell – gelingt denjenigen an der Macht und am Mikrofon und an den Tasten für Twitter & Co. gründlich und radikal. Kann man der Wahrheit aber nicht mehr ausweichen, weil  die Toten schon vor der Downing Street 10 liegen oder sich in Brooklyn stapeln, macht man einfach die „Saulus zum Paulus Nummer“: Erst leugnen& ignorieren und dann sich selbst anschließend kräftig inszenieren....Erst ignorieren, weil es nicht in die eigene Agenda von Macht und Einfluss passt und danach inszenieren - als Retter und Held - weil es jetzt sehr gut in die eigene Agenda von Macht und Einfluss passt....

Es lebe die Vergesslichkeit von uns Bürgern & Wählern, dem Stimmvieh. Als prinzipienloses aber machtgeiles Fähnchen im Wind der Wahlprognosen mit Parteibuch unterm Arm - und noch mehr als lupenreiner Autokrat - kann man es so gut zu was bringen... Ist halt so eine Sache mit den Führern, nicht wahr? 

Dann lieber doch als Garant für Freiheit und Transparenz unsere parlamentarische Demokratie – inklusive Opposition, Föderalismus, notwendigen Abstimmungen und auch manchmal langwierigen Debatten über den richtigen Weg. (Und einer Presse, die aufpasst) Immer noch besser als den Jungs mit den komischen und putzigen Frisuren zu glauben und ihnen blind nachzulaufen. ( oder nach laufen müssen weil man sonst ganz schnell weg vom Fenster ist) Der kluge Mensch sollte deshalb schon mal sein eigenes Hirn einschalten bevor er „Hurra“ oder sonst etwas schreit - damit hinterher kein Scheiß rauskommt...

Informieren und diskutieren. Davon lebt unsere freiheitliche Demokratie. Den anderen anhören, seine Sicht auf die Dinge durchaus kritisch betrachten, aber nicht gleich kategorisch ablehnen, weil sie nicht ins eigene Weltbild passen. „Bitte verwirren Sie mich nicht mit Tatsachen, wo ich meinem Volk gerade so ein schönes Märchen inklusive Beruhigungstropfen über den heldenhaften Führer & alles-besserwissenden Krisenmanager an der Spitze der Macht auftische“. 

Ich hoffe sehr, dass sich die Stimme der Vernunft, der Wissenden und der Vernünftigen, derer mit Sachverstand und in Sachlichkeit argumentierenden Fachleute – auch wenn sie noch so leise ist – immer wieder zu Gehör meldet und uns Bürger und „Normalos“ davor bewahrt wie eine blökende Schafherde von schlechten Hirten geführt zu werden – an der Nase herum und schlimmstenfalls auch noch in den Abgrund.

Bleiben wir also wachsam 

Ihr

Ernst Prost