„Krisen bekämpft man mit mehr Arbeit und noch mehr Einsatz“

„Die Kavallerie fällt aus": Auch am Wochenende wendet sich Ernst Prost mit fünf wichtigen Strategiepunkten an seine Mitunternehmer/innen

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen, 

unsere stärkste Waffe ist unser Außendienst. Das ist gewissermaßen unsere Kavallerie. Und jetzt können wir ein paar hundert Mann nicht in die Schlacht führen, weil kein Kunde verständlicherweise Besuch und Kontakte wünscht und weil weltweit zahlreiche Ausgangssperren verhängt wurden. Das ist bitter.

In den vergangenen Krisen konnten wir uns immer noch durch eine Steigerung unserer Verkaufsaktivitäten in Sicherheit bringen. Ja, wir haben sogar mehr Verkäufer eingestellt als andere Firmen, die wiederum ihre Mannschaften reduziert haben. 

Diese Strategie funktioniert jetzt nicht mehr. In nahezu allen Ländern, in denen wir arbeiten sind unseren Verkäufern weitgehend die Hände gebunden, weil sie keine Kundenbesuche durchführen können. Aber etwas anderes können wir machen: Unsere Kommunikationsleistung verstärken. Dazu bietet das Internet ungeahnte Möglichkeiten.

Nichts ersetzt das persönliche Gespräch und nichts ist so förderlich für die Wirtschaft, wie der persönliche Austausch zwischen Menschen. Aber jetzt müssen wir unsere Schwerpunkte verlagern auf sämtliche Formen der Kommunikation mit unseren Kunden die noch möglich ist. Anzeigen in Fachzeitschriften, Publikumszeitschriften oder Tageszeitungen schalten.

Unsere Online Kampagne erweitern. Jeden Social Media Kanal nutzen. Alle Medien und alle unsere Kunden mit unserer Berichterstattung versorgen. Es geht darum, zu zeigen, dass wir – wie ein Fels in der Brandung – auch in diese Krise stabil und partnerschaftlich agieren. Vertrauen, Verlässlichkeit und Verantwortungsbewusstsein zeichnet uns gerade jetzt aus.

Wir fahren nicht zurück, sondern ziehen unsere Vertriebs- und Marketing-Programme hammerhart durch. Das ist wichtig für unsere eigene Überlebensstrategie aber auch von großer Bedeutung für alle unsere Partner, die von uns Ware benötigen und nach wie vor die größtmögliche Unterstützung im Markt durch uns brauchen.

Jetzt den Laden herunterzufahren und alle Aktivitäten aus Kostengründen einzustellen, wäre absolut falsch.

Wir machen das Gegenteil:


1. Wir halten mit aller Kraft die Warenversorgung aufrecht. Motorenöl ist ein systemrelevantes Produkt, das auch jetzt noch gebraucht wird – denken Sie nur an Einsatzfahrzeuge und auch an LKW zur Versorgung der Menschen. 


2. Viele Lieferketten sind aufgrund von Transportproblemen und Produktionsausfällen zum Zerreißen gespannt. Auch an diesem Frontabschnitt machen wir alles - zusammen mit unseren Lieferanten - was möglich ist um die Lage zu beherrschen.


3. Es ist wichtig nach wie vor belebende Impulse in die Märkte zu senden, damit nicht alles vor die Hunde geht. Wenn Währungen abstürzen und ganze Volkswirtschaften mitreißen, müssen wir über Stützungsmaßnahmen, Bürgschaften, Zahlungsziele und auch Sonderpreise nachdenken – damit überhaupt noch irgendetwas geht. 


4. Nachdem wir 2/3 Drittel unseres Ertrags aus dem Ausland generieren und eine Vielzahl unserer Mitunternehmer in verschiedenen Ländern für uns arbeitet, müssen wir alle unsere Maßnahmen stets unter dem Aspekt des internationalen Nutzens ergreifen.


5. Unsere einzige Chance ist es – nachdem unsere Verkäufer, also unsere Kavallerie nur sehr begrenzt in das Geschehen eingreifen kann – noch mehr Fokus auf die Möglichkeit des Internets zu legen. Kommunizieren, erklären, informieren, schulen & trainieren und zwar in alle Richtungen – für Autofahrer für Werkstätten und für Händler. Wir machen keinen Shut down, weder in der Fabrik und schon gar nicht bei unseren Marketing- und Vertriebsaktivitäten. Wir fahren unsere Anstrengungen nicht runter, sondern hoch – auch das ist unsere einzige Chance.

Es gilt auch jetzt was ich in jeder Krise sage: Krisen bekämpft man mit mehr Arbeit und mit noch mehr Einsatz. Das wollen wir tun. 

Beste Grüße


Ernst Prost