Von wegen altes Eisen

Weshalb Old- und Youngtimer spezielle Schmierstoffe benötigen, erklärt LIQUI MOLY-Experte David Kaiser

David Kaiser, Leiter F&E und Anwendungstechnik bei LIQUI MOLY
Die Classic-Produkte von LIQUI MOLY

April 2019 – Ob früher alles besser war, sei dahingestellt. Anders war es allemal. Das Motoröl, das verwendet wurde, als der entsprechende Old- oder Youngtimer noch produziert wurde, hat mit heutigen Schmierstoffen wenig gemein. Das heißt aber nicht, dass es für klassische Fahrzeuge keine modernen Schmierstoffe gibt, nur sind diese anders. Worin der Unterschied liegt, verrät David Kaiser. Er ist Entwicklungsleiter beim Schmierstoffspezialist LIQUI MOLY.

 

Wie bekommt einem Klassiker der Schluck aus der modernen Ölpulle?

David Kaiser: Das dürfte zu einer deftigen Magenverstimmung führen. Moderne Synthetiköle sind für Fahrzeuge älteren Datums generell ungeeignet, da sie nicht zu der damals verwendeten Motorentechnologie passen.

 

Aber schmiert ein modernes Öl den Motor nicht besser?

David Kaiser: Es stimmt, dass modernes Motoröl extrem leistungsfähig ist. Aber die Leistungsfähigkeit dieser Schmierstoffe entspricht nicht dem Anforderungsprofil für klassische Fahrzeuge. Hier ist eine völlig andere Additivierung notwendig, weil moderne aschefreie Öle einen Verschleißschutz haben, der auf andere Motormaterialien abgestimmt ist. Die in diesen Additivpaketen enthaltenen Detergenzien verhindern Schlammbildung und das ist bei alten filterlosen Motoren eine Katastrophe.

 

Inwieweit spielt die Motorenfertigung eine Rolle?

David Kaiser: Die Motoren von Oldtimern und auch älterer Youngtimer bestehen aus anderen Werkstoffen, haben andere Fertigungstoleranzen und Ölwechselintervalle als moderne Pkw. Deshalb haben wir bei LIQUI MOLY Motoröle für Klassiker im Programm, die auf speziell entwickelten Rezepturen basieren.

 

Was ist an den neuen Rezepturen für Klassiker anders als an den früheren?

David Kaiser: Betagte Antriebssysteme, speziell jene mit hoher Laufleistung und anderen Materialien wie Weißmetallen, Buntmetalllegierungen sowie Dichtungselementen benötigen andere Öle. Ein großer Unterschied der heutigen Schmierstoffe für Klassiker gegenüber den damaligen besteht in ihrem Leistungsspektrum. Sie werden den besonderen Anforderungen klassischer Motoren gerecht und besitzen zugleich modernste Verschleißschutzeigenschaften. Daher sind die modernen Oldtimer-Öle den früheren deutlich überlegen.

 

Muss ein Klassik-Öl das gleiche leisten wie ein Schmierstoff für moderne Autos?

David Kaiser: Damals wie heute sind Schmierstoffe wichtige Elemente der Motorkonstruktion. Schmieren ist nur eine von vielen Aufgaben. Das Öl muss den Motor thermisch entlasten, abdichten, gegen Verschleiß- und Korrosionserscheinungen schützen und die Motorleistung sichern. Mit den Konzeptionen und Belastungen heutiger Aggregate sind die früheren nicht vergleichbar. So sind die Temperaturen und Drücke in modernen PKW-Motoren viel höher als bei alten Antrieben. Außerdem spielten früher die Themen Abgasreduzierung und Kraftstoffeinsparung keine oder nur eine untergeordnete Rolle. Gerade deshalb sind maßgeschneiderte Öle so wichtig, um keinen Motorschaden zu riskieren. Das galt früher und das gilt heute. Welches das richtige Öl ist, steht im Handbuch des Fahrzeugs. Wer darüber nicht mehr verfügt oder sich unsicher ist, dem wird der Ölwegweiser unter www.liqui-moly.de weiterhelfen.

 

Das LIQUI MOLY Classic-Sortiment

Die extra auf Motoren historischer Fahrzeuge abgestimmte Classic-Kollektion umfasst drei Motorenöle in den Viskositäten SAE 30, SAE 50 und SAE 20W-50 HD auf mineralischer Basis sowie das Motorbike HD-Classic SAE 50 Street. Ergänzt wird die klassische Motoröllinie um die Getriebeschmierstoffe SAE 90 und SAE 140.

Tobias Gerstlauer

LIQUI MOLY GmbH
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Tobias Gerstlauer
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